Finanznachrichten          

Bankschließfach oder Tresor? So bewahrt man Wertgegenstände sicher auf

Wir Deutschen lieben es, alles schriftlich zu besitzen. Kaum eine andere Nation hält so viele Regelungen in Form von Verträgen, Bescheinigungen und Urkunden fest. Andererseits sind diese im Zweifelsfall wiederum nötig, wenn es darum geht, bestimmt Leistungen in Anspruch zu nehmen. Versicherungspolicen zum Beispiel sollten deshalb sehr sorgfältig aufbewahrt werden. Denn sie dienen juristisch als Nachweis des Versicherungsschutzes.

Aus diesem Grunde sollten wichtige Schriftstücke und Urkunden sicher aufbewahrt werden – zum Beispiel in einem Bankschließfach. Einige Banken und Sparkassen vor Ort bieten ihren Kunden Schließfächer an. Allerdings fällt auf, dass es tatsächlich nur einige Häuser sind, auf die das zutrifft. Der Grund dafür liegt darin, dass sich mittels Schließfächern nur vergleichsweise geringe Einnahmen erzielen lassen. Die Kosten für Wartung in Instandhaltung sind relativ hoch. Kreditinstitute, welche den Hauptfokus auf ihre Ertragssituation legen, verzichten deshalb nicht selten auf dieses Angebot. Der Kostenfaktor ist es übrigens auch, der dafür sorgt, dass Häuser, welche Schließfächer anbieten, diese oftmals nur an einem zentralen Ort anbieten – zum Beispiel in ihrer Hauptfiliale. In kleineren Geschäftsstellen hingegen sind Schließfächer nur selten verfügbar. Direktbanken können Schließfächer naturgemäß nicht zur Verfügung stellen.

Schließfächer sind zwar oftmals eine praktische und relativ sichere Möglichkeit zur Aufbewahrung von Wertgegenständen und Papieren, stehen jedoch nicht überall ausreichend zur Verfügung. Bild: © Wolfgang Cibura – Fotolia.com

Doch warum sollten Schließfächer von Kunden genutzt werden? Wie eingangs erwähnt dienen Schließfächer häufig zur Hinterlegung wichtiger Unterlagen. Auf diese Weise werden die hinterlegten Dokumente vor den Auswirkungen von Extremfällen geschützt. Im Rahmen eines Wohnungsbrandes beispielsweise würden zu Hause gelagerte Papiere mit hoher Wahrscheinlichkeit vernichtet. Doch auch klassische Wertgegenstände können mithilfe eines Schließfaches geschützt werden – zum Beispiel vor Diebstahl. Vor allem in Regionen, in denen eine statistisch überdurchschnittlich hohe Anzahl von Diebstählen vorkommt, wird von Bank- und Sparkassenkunden recht häufig auf diese Verwahrmöglichkeit zurückgegriffen. So besteht in Grenzregionen durchaus häufig eine nachweislich höhere Nachfrage nach Schließfächern.

Der heimische Tresor als Alternative zum Bankschließfach

Wer kein Bankschließfach nutzen möchte, da er seine Unterlagen und Wertgegenstände lieber zu Hause aufbewahrt oder keinen passenden Anbieter in seiner Nähe findet, für den kommt als gute Alternative auch ein eigener Tresor in Frage. Vom Fachhändler kann man hier einen auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen Tresor erhalten, der ebenfalls je nach Modell sehr hohen Schutz gegen Einbruch und Feuer bietet. Besonders für Personen, die nicht nur Unterlagen, sondern auch größere Gegenstände schützen möchten, ist dies meist die bessere Alternative, denn ein Bankschließfach ist hierfür in der Regel zu klein.

Der Versicherungsschutz

Egal wie sicher der Tresor oder wie gut überwacht das Bankschließfach ist, eine 100%ige Sicherheit kann nie gewährleistet werden. Daher sollte man zusätzlich unbedingt eine entsprechende Versicherung in Erwägung ziehen. Im Falle des heimischen Tresors zahlt im Schadensfall oder bei Diebstahl oft die Hausratversicherung. Allerdings ist dies meistens an bestimmte Voraussetzungen an den Tresor gebunden, beispielsweise ein bestimmtes Mindestgewicht oder eine feste Verankerung im Fußboden. Man sollte sich hierüber im Vorfeld genau beim Versicherer informieren.

Auch im Falle des Bankschließfaches ist die jeweilige Bank oder Sparkasse in aller Regel entsprechend versichert. Allerdings nur bis zu bestimmten Betragsgrenzen pro Fach, die meist deutlich unter dem Versicherungsbetrag der Hausratversicherung liegen. So beinhaltet die Eröffnung eines Schließfaches für den Kunden meist nur einen relativ geringen Schutz von 1500 Euro bis 2500 Euro je Schadensfall. Diese Versicherungssumme greift, sobald die hinterlegten Sachen durch Brand, Leistungswasser oder Diebstahl beschädigt werden bzw. abhandenkommen. Geht der Schadenswert über die erwähnte Versicherungssumme hinaus, dann entstünde dem Kunden ein entsprechender Schaden, der ihm nicht bzw. nur teilweise ersetzt wird. Für einen Kunden, welcher zum Beispiel Edelmetalle in seinem Depot verwahrt, wird die Standardversicherungssumme nicht ausreichen – sofern es sich nicht nur um relativ geringe Metallmengen handelt.

Der Versicherungsumfang eines Schließfaches kann erweitert werden. Mittels separater Schließfachversicherung kann der Kunde seine Absicherung auf eine von ihm gewünschte Summe erhöhen. In diesem Zusammenhang ist es in der Regel nur möglich, eine Versicherungssumme auf volle 1000 Euro gerundet zu vereinbarten. Je nach Anbieter können die Maximalsummen unterschiedlich sein. Versicherungssummen bis hin zu 100.000 Euro sind jedoch fast immer möglich. Für eine Schließfachversicherung ist eine Versicherungsprämie zu entrichten, welche meist jährlich berechnet wird. Deren Höhe ist abhängig vom gewählten Versicherungsumfang. Bei Vertragslaufzeiten von mehreren Jahren werden oftmals Rabatte gewährt.

14.02.2013 | Autor: Sabrina S. | Kategorie: Sonstiges

Über die Autorin dieses Artikels:
Sabrina bereichert den FinanzNewsOnline Blog seit September 2011 mit Beiträgen zu Geldanlagemöglichkeiten jeglicher Art.
> Mehr



Kommentar schreiben

  Finanznachrichten
  Geldanlage
  Versicherungen
  Sonstiges
  April 2013
  Februar 2013
  Januar 2013
  Ältere
  Finanzlexikon A-E
  Finanzlexikon F-Z

FinanzNewsOnline
auf Facebook >>