Immobilien in Deutschland: Preise ziehen kräftig an, Immobilienblase nicht in Sicht

Die niedrigen Zinsen am Finanzmarkt sorgen dafür, dass die Preise für Haus- und Wohnungspreise in Deutschland in die Höhe schnellen. Dies ergab eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Eine Immobilienblase ist jedoch nicht in Sicht.

Vor allem in Ballungsgebieten und Großstädten ist in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Immobilienpreise zu verzeichnen. So kam es bei Eigentumswohnungen zwischen 2003 und 2011 zu einer Steigerung um circa 10,5 Prozent. Deutlich höher war der Anstieg in den Großstädten Hamburg und Berlin, wo es zu 31 beziehungsweise 39 Prozent höheren Kosten für Käufer kam.

Vor allem in den Städten ziehen die Immobilienpreise in Deutschland weiter kräftig an. Zu einer Immobilienblase ähnlich wie in den USA wird es aber nach Expertenmeinung nicht kommen. Bild: © MAST - Fotolia.com

Spitzenreiter in Deutschland bleibt München mit Durchschnittspreisen von 4200 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung. Auf den Plätzen folgen Hamburg mit 3100 Euro und Frankfurt mit 2900 Euro. Trotz der enormen Steigerungen sind die Preise in Berlin mit 2200 Euro pro Quadratmeter noch deutlich niedriger.

Als ein Grund für die massiven Steigerungen wird die Verschärfung der Schuldenkrise angesehen. Niedrige Zinsen machen Geldanlagen unattraktiv, gleichzeitig ist die Kreditaufnahme so günstig wie nie. Daher investieren viele Sparer in Immobilien. Seit 2010 sind die Steigerungen bei Immobilienpreisen von 4,5 Prozent jährlich deutlich über der allgemeinen Inflationsrate.

Furcht vor Immobilienblase unbegründet

Die Furcht, dass es in Deutschland zu einer Immobilienblase kommen könnte, ähnlich wie in den USA oder in Spanien ist jedoch derzeit laut IW unbegründet. Da neben den Kaufpreisen auch die Mieten und damit die Einnahmen der Eigentümer ansteigen, ist der Immobilienmarkt in Deutschland gesund. Eine Blase könnte nur dann entstehen, wenn die Investoren von einer dauerhaften Wertsteigerung der Objekte ausgehen und auf einen höheren Wiederverkaufswert der Immobilien setzten. Dies sei jedoch in Deutschland nicht der Fall, da die Mietsteigerungen aufzeigen, dass auch ein höherer Bedarf an Wohnraum besteht, den die Mieter auch decken können. Leere und halbfertige Häuser, wie man sie in Spanien oder Griechenland beobachten kann, sind daher in Deutschland auf keinen Fall zu erwarten.

Als Gründe für die explodierenden Immobilienpreise nennen die Experten des IW auch die positive Wirtschaftslage in Deutschland, trotz der Krise. Die Arbeitslosenzahlen sinken und daher können sich auch immer mehr Arbeitnehmer eine Wohnung in Ballungsgebieten leisten. Die Bevölkerungszahl in Großstädten nimmt überproportional zu. Als weitere Begründung wird angeführt, dass die Nachfrage weiterhin stark das Angebot übertrifft.

Trotz der niedrigen Kreditzinsen steigt die Eigenkapitalquote bei Wohnungs- und Hauskäufen in Deutschland sogar leicht an. All dies ist laut IW ein Zeichen für einen gesunden Immobilienmarkt.

Große Unterschiede zwischen ländlichen Gebieten und Ballungsräumen

Bei den Preissteigerungen existieren jedoch große Gefälle. Neben den Steigerungen in Ballungsräumen und Großstädten, neben Hamburg und Berlin vor allem im süddeutschen Raum, sinkt die Anfrage in ländlichen Gebieten sogar. Hiervon ist vor allem Ostdeutschland betroffen.

Die Experten des IW urteilen, dass eine Geldanlage in Großstadt-Immobilien nicht immer sinnvoll sein muss. Die derzeitigen Marktpreise sind bereits an zukünftige Entwicklungen angepasst, daher wird es trotz der steigenden Stadtbevölkerung keinen unbegrenzten Preisanstieg bei Immobilien in Ballungsräumen geben. Da derzeit jedoch keine Immobilienblase in Sicht ist, wird der Immobilienmarkt in Zeiten von unsicheren Finanzmärkten jedoch seinen festen Platz als konservative Geldanlage einnehmen.

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